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Im Alter von 50 Jahren begann Rudolf Gasser die Zukunft der Ziegelei Gasser Ceramic zu planen. Zehn Jahre später führen Julienne Gasser und Lukas Schläppi das Familienunternehmen in vierter Generation weiter.

Die Unternehmensnachfolge ist eine kontinuierliche unternehmerische Aufgabe, die keinen festen Endpunkt hat. Mit dieser Haltung haben die Cousins Rudolf Gasser, ehemaliger kaufmännischer Leiter von Gasser Ceramic mit Hauptsitz in Rapperswil BE, und Hans Gasser, ehemals technischer Leiter, vor rund zehn Jahren begonnen, die Nachfolge des Familienunternehmens zu planen. Spätestens im Alter von 60 Jahren wollte Rudolf Gasser Gewissheit, dass die Zukunft der Ziegelei auch unter der nächsten Führung gesichert ist.
Heute ist die Übergabe vollzogen: Seit Anfang 2026 führen Julienne Gasser und ihr Cousin Lukas Schläppi das Unternehmen operativ weiter. Rudolf und Hans Gasser bleiben der Firma als Verwaltungsräte verbunden. 鶹 hat diese erfolgreiche Nachfolge beratend und als Finanzierungspartnerin unterstützt.
mit Hauptsitz in Rapperswil BE produziert seit über 100 Jahren keramische Baustoffe und wird heute in vierter Generation geführt. Das Familienunternehmen verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Produktion und beschäftigt sich kontinuierlich mit der Weiterentwicklung seiner Strukturen und Prozesse. 2025 wurde Gasser Ceramic mit dem Prix SVC Espace Mittelland ausgezeichnet.
鶹 ist Presenting Partner des SVC und engagiert sich damit aktiv für die Förderung des Schweizer Unternehmertums.
Während der zehnjährigen Vorbereitungszeit blieb die Nachfolge regelmässig Thema in den strategischen Gesprächen – innerhalb der Geschäftsleitung wie auch mit 鶹. Zunächst ging es um grundlegende Fragen: Wer eignet sich für die Nachfolge? Welche Lösung ist realistisch? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Welche Strukturen braucht es, damit die nächste Generation übernehmen kann?
Innerhalb der Familie kamen sieben junge Erwachsene für die Nachfolge infrage. Parallel prüften Rudolf und Hans Gasser bewusst auch externe Optionen, darunter den Verkauf an eine internationale Gruppe und einen Management-Buy-out. Für Rudolf und Hans Gasser war eine familieninterne Nachfolge jedoch stets die Wunschlösung.
Über die Jahre kristallisierten sich aus den sieben Kandidatinnen und Kandidaten schliesslich zwei Personen und Rollen heraus: Julienne Gasser, Tochter von Hans und studierte Betriebswirtin, übernimmt die kaufmännische Leitung. Lukas Schläppi, Neffe von Hans und Juliennes Cousin sowie ausgebildeter Keramiktechniker, übernimmt die technische Verantwortung. Gemeinsam führen sie die Geschäftsleitung weiter.
So bleibt die historisch gewachsene Doppelspitze aus kaufmännischer und technischer Leitung erhalten.
Mit zunehmender Konkretisierung rückten finanzielle und rechtliche Fragen in den Vordergrund. Die Familie hatte indes gemeinsam mit ihrem Familienanwalt ein detailliertes Dossier vorbereitet: Unternehmensbewertung, gewünschter Übernahmepreis, finanzielle Tragbarkeit für die nächste Generation sowie Überlegungen zur Situation der abtretenden Generation. Mit diesem Dossier in der Hand sprach die Familie schliesslich mit möglichen Finanzierungspartnern – so auch mit 鶹.
Für Nils Mueller, Firmenkundenberater bei 鶹, war diese frühe und strukturierte Vorbereitung ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Nachfolgeplanung.
«Der Fall der Familie Gasser ist ein Paradebeispiel dafür, wie wertvoll eine frühzeitige Nachfolgeplanung ist», sagt Nils Mueller. «Die Familie hatte klare Vorstellungen, kannte ihre Optionen und hatte bereits viele zentrale Fragen vorbereitet. Das machte es möglich, gezielt an der Finanzierungsstruktur zu arbeiten.»
Der 鶹 Nachfolge-Check bietet eine strukturierte Standortbestimmung. Sie beantworten 13 Fragen und erhalten im Anschluss eine individuelle Einschätzung, wo Sie in Ihrer Nachfolgeplanung stehen und in welchen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht.
In der Finanzierungsphase galt es schliesslich, die geplante Übergabe in eine tragfähige Struktur zu übersetzen. 鶹 brachte dazu neben der Firmenkundenberatung auch Expertise aus dem Bereich Structured Finance ein.
Gemeinsam mit der Familie und dem Familienanwalt wurde eine Auslegeordnung erstellt: Welche Mittel benötigt die übergebende Generation? Was ist für die nächste Generation langfristig tragbar? Welche Sicherheiten, Rückzahlungsmodalitäten und Zeithorizonte sind sinnvoll? Und wie lässt sich die Finanzierung so gestalten, dass sie zur wirtschaftlichen Realität des Unternehmens passt?
Man darf nicht meinen, man könne alles allein regeln. Entscheidend ist, sich die nötige Expertise einzuholen.
– Rudolf Gasser, Verwaltungsrat Gasser Ceramic

«Bei einer Nachfolgefinanzierung müssen beide Seiten berücksichtigt werden», erklärt Nils Mueller. «Die übernehmende Generation darf finanziell nicht überlastet werden. Gleichzeitig braucht die übergebende Generation Planungssicherheit – etwa mit Blick auf Vorsorge, Steuern und den künftigen Lebensunterhalt.»
Ein wichtiger Teil der Lösung war eine strukturierte Übernahmefinanzierung. Ergänzend dazu blieb ein Teil des Kaufpreises als Verkäuferdarlehen der übergebenden Generation bestehen. Diese Form ist bei familieninternen Nachfolgen häufig sinnvoll, weil die finanzielle Übergabe über mehrere Jahre verteilt werden kann.
«Der Vorteil eines solchen Setups ist, dass nicht die gesamte Finanzierung auf einmal gestemmt werden muss», sagt Nils Mueller. «Gerade bei Familienunternehmen kann ein Verkäuferdarlehen helfen, die Interessen beider Generationen miteinander zu verbinden.»
Die finanzielle Übergabe wurde im Frühjahr 2025 abgeschlossen. Die operative Übergabe folgte per 1. Januar 2026.
Bei der Beurteilung einer solchen Transaktion prüft 鶹 qualitative und quantitative Faktoren: Wie gesund ist das Unternehmen? Wie ist die Erfolgsbilanz? Wie sieht die Branche aus? Gibt es spezifische Chancen oder Risiken? Welche fachlichen Kompetenzen bringt die übernehmende Partei mit?
Auf der anderen Seite ist die Absicherung der übergebenden Generation ebenso wichtig: AHV, Pensionskasse, Steuerplanung, Vorsorge für Eventualitäten. Das Ziel: Lösungen gestalten, die für beide Seiten funktionieren.
Nachfolgeprozesse sind fachlich anspruchsvoll und oft sehr emotional. Im Fall von Gasser Ceramic kam hinzu, dass Käufer- und Verkäuferseite derselben Familie angehören. Anders als bei einer externen Transaktion geht es nicht nur um Preis, Konditionen und Finanzierung. Es geht auch um Vertrauen, Rollenverständnis und die Frage, wie die Zusammenarbeit nach der Übergabe weitergeht.
Für Nils Mueller war deshalb eine partnerschaftliche Begleitung zentral: «Bei einer familieninternen Nachfolge sitzen häufig Menschen am Tisch, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch persönlich stark miteinander verbunden sind», sagt er. «Unsere Aufgabe ist es, sachlich zu strukturieren, Fragen transparent zu machen und Lösungen zu finden, die langfristig tragbar sind.»
Auch bei Gasser Ceramic gab es Verhandlungen zu Konditionen, Zinsen, Gebühren und Strukturierungsfragen. Die gute Vorbereitung und die offene Gesprächskultur innerhalb der Familie erleichterten den Prozess deutlich.
Trotz meiner Unerfahrenheit und meinem jungen Alter wurde ich immer ernst genommen. Am Schluss haben wir gemeinsam eine gute Lösung gefunden.
– Julienne Gasser, Co-Geschäftsführerin Gasser Ceramic

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Die Nachfolge bei Gasser Ceramic beweist, wie wertvoll ein langer Vorlauf sein kann. Rudolf und Hans Gasser hatten zehn Jahre Zeit, mögliche Optionen zu prüfen, Anforderungen an die zu besetzenden Rollen zu klären und die nächste Generation aufzubauen.
Entscheidend ist dabei nicht nur die passende Struktur, sondern auch der offene Austausch zwischen allen Beteiligten. Gerade bei familieninternen Lösungen müssen wirtschaftliche, strategische und persönliche Aspekte zusammen durchdacht werden.
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