Im aktuell unsicheren geopolitischen Umfeld erachten wir eine breitere Diversifikation der Aktienengagements für besonders sinnvoll. Die globalen Aktienmärkte haben sich trotz der verschiedenen Krisenherde stabilisiert und notieren wieder nahe Rekordständen. Gleichzeitig wurden die Märkte in den vergangenen Wochen durch wenige, eng begrenzte Bereiche nach oben geführt: Vor allem Energieaktien und die Erholung im Technologiesektor trugen die Indizes, während andere Bereiche, besonders auf der Konsumseite in Europa, noch Aufholpotenzial haben. Genau deshalb sollten Anlegerinnen und Anleger das Aktienrisiko breiter streuen, um Konzentrationsrisiken zu reduzieren und an einer möglichen Ausweitung der Marktbreite teilzuhaben.

Unseres Erachtens spricht nicht nur die Marktstruktur, sondern auch das makroökonomische Umfeld für mehr Diversifikation. Die Fundamentaldaten bleiben insgesamt solide, denn die Industrie hat nach einiger Zeit im Kriechgang wieder in den Expansionsbereich gedreht. Ausserdem bleibt die Geldpolitik unterstützend und für den globalen Aktienmarkt erwarten wir weiterhin ein robustes Gewinnwachstum. Hinzu kommen strukturelle Treiber wie künstliche Intelligenz, Energie und Ressourcen sowie Langlebigkeit. Gleichzeitig mahnen anhaltende Störungen an den Energiemärkten, intensiver Wettbewerb in der Technologie und das Risiko, dass Investoren zu einseitig auf die am besten laufenden Firmen und Sektoren konzentriert sind, zu einer breiteren Anlagenverteilung. Wer heute zu stark auf wenige Mega Caps, einzelne Stile oder nur einen Markt setzt, geht unnötige Klumpenrisiken ein.

Als Ziel-Investitionen für eine breitere Aufstellung gefallen uns besonders die Schwellenländer. Wir sehen dort robuste Fundamentaldaten und in mehreren Märkten Fortschritte bei der Corporate Governance. Südkorea profitiert von der Knappheit an Speicherchips und von Initiativen zur Steigerung der Aktionärsrenditen. China bleibt bei KI-Anwendungen und technologischer Eigenständigkeit ein wichtiger Markt. Brasilien wiederum bietet Diversifikation und eine partielle Absicherung gegen höhere Energiepreise. Gerade weil Exporteure und Importeure von Energieträgern unterschiedlich auf das aktuelle Umfeld reagieren, bleibt eine regionale Streuung innerhalb der Schwellenländer zentral.

Daneben sehen wir Chancen bei Nicht-Basiskonsumgütern, vor allem in unserem neuen Thema «Luxus und Lifestyle». Nach dem deutlichen Bewertungsrückgang wirkt das Segment wieder attraktiver. Die Nachfrage nach Luxusgütern stabilisiert sich und auch der europäische Automobilsektor befindet sich in einem tiefen Wandel, der selektiv Chancen eröffnet. Für uns ist das ein gutes Beispiel dafür, wie Diversifikation nicht nur defensiv wirkt, sondern auch Zugang zu Bereichen schafft, die nach einer Korrektur wieder interessanter werden.

Den Schweizer Heimmarkt beurteilen wir ebenfalls weiterhin konstruktiv. Die Schweiz ist weniger stark von Energieimporten abhängig als die Eurozone und bietet aus unserer Sicht derzeit das überzeugendere Risiko-Rendite-Profil. Besonders gut gefallen uns Gesundheitswerte, nachdem der Sektor deutlich korrigiert hat. Ergänzend bevorzugen wir hochwertige Schweizer Dividendentitel sowie ausgewählte Qualitätsunternehmen mit strukturellem Wachstum. Für die Diversifikation in der Schweiz sprechen damit drei Punkte: defensivere makroökonomische Eigenschaften, attraktivere Bewertungen in Teilen des Gesundheitssektors und verlässliche Cashflows bei Qualitäts- und Dividendentiteln.

Unser Fazit ist klar: Diversifikation über Aktienmärkte hinweg bedeutet heute nicht einfach, mehr Titel zu halten. Es bedeutet vielmehr, Regionen, Sektoren und Themen so zu kombinieren, dass zyklische, defensive und strukturelle Renditetreiber zusammenwirken. Deshalb setzen wir auf eine breitere Aktienallokation mit Fokus auf Schwellenländer, Luxus und Lifestyle sowie ausgewählte Schweizer Segmente wie Gesundheit, Qualitätswachstum und Dividendentitel.